Werkzeugstahl · X153CrMoV12

1.2379 härten.
Hohe Härte und Verschleißfestigkeit.

Der Kaltarbeitsstahl 1.2379 (X153CrMoV12) erreicht durch eine gezielte Wärmebehandlung eine hohe Härte und Verschleißfestigkeit. Wir härten Bauteile und Werkzeuge aus 1.2379 prozesssicher und abgestimmt auf Geometrie, Einsatz und gewünschte Eigenschaften.

Werkstoff auf einen Blick

1.2379 / X153CrMoV12

Kaltarbeitsstahl
Chrom-Molybdän-Vanadium-legierter Werkzeugstahl

52–64 HRC
Typischer Gebrauchshärtebereich – abhängig von Anwendung und Wärmebehandlung.

Härtetemperatur: ca. 1.020–1.080 °C
Austenitisierung entsprechend dem gewünschten Eigenschaftsprofil.

Empfohlene Wärmebehandlung
Vakuumhärten →
Mehrfaches Anlassen; je nach Anforderung ergänzend Tiefkühlen.

Eigenschaften & Nutzen

Warum wird 1.2379 gehärtet?

1.2379 wird überall dort eingesetzt, wo hohe Verschleißfestigkeit, Druckfestigkeit und Maßbeständigkeit gefordert sind. Durch die abgestimmte Wärmebehandlung erhält der Werkstoff seine für Werkzeuge und hoch beanspruchte Bauteile entscheidenden Gebrauchseigenschaften. Dabei kommt es nicht nur auf eine möglichst hohe Härte an, sondern auf das richtige Verhältnis aus Härte, Zähigkeit und Maßhaltigkeit.

Hohe Verschleißfestigkeit

Für stark beanspruchte Schneid-, Stanz- und Umformwerkzeuge.

Hohe Druckfestigkeit

Geeignet für Bauteile und Werkzeuge mit hohen mechanischen Belastungen.

Maßbeständigkeit

Eine abgestimmte Wärmebehandlung reduziert Maßänderungen und unterstützt enge Toleranzen.

Die Wärmebehandlung

1.2379 richtig härten

Für die Eigenschaften von 1.2379 ist die richtige Abstimmung des gesamten Wärmebehandlungsprozesses entscheidend. Härtetemperatur, Abschreckung und anschließendes Anlassen beeinflussen Härte, Verschleißfestigkeit, Zähigkeit und Maßhaltigkeit des Bauteils. Für präzise Werkzeuge und Bauteile eignet sich insbesondere das Vakuumhärten, da die Wärmebehandlung unter kontrollierten Bedingungen und mit sauberer Bauteiloberfläche erfolgt.

01

Vorwärmen

Das mehrstufige Vorwärmen sorgt für eine gleichmäßige Erwärmung des Werkstücks und reduziert thermische Spannungen.

02

Austeniti­sieren

Der Werkstoff wird auf die für 1.2379 erforderliche Härtetemperatur erwärmt. Temperatur und Haltezeit werden auf Bauteil, Geometrie und gewünschte Eigenschaften abgestimmt.

03

Abschrecken

Beim Vakuumhärten erfolgt die kontrollierte Abkühlung typischerweise mit Gas. Eine angepasste Abkühlung ist insbesondere bei komplexen Geometrien und hohen Anforderungen an die Maßhaltigkeit wichtig.

04

Anlassen

Nach dem Härten wird 1.2379 mehrfach angelassen. Dadurch werden die gewünschten Gebrauchseigenschaften eingestellt und Spannungen reduziert. Härte und Zähigkeit lassen sich über die Anlassbedingungen gezielt beeinflussen.

Optional: Tiefkühlen

Je nach geforderter Maßstabilität und Wärmebehandlungsstrategie kann eine Tiefkühlbehandlung sinnvoll sein. Sie dient dazu, den nach dem Härten verbliebenen Restaustenit weiter umzuwandeln und kann insbesondere bei Präzisionsbauteilen zur Stabilisierung der Eigenschaften beitragen.

Verfahren für 1.2379

Geeignete Wärmebehandlungen für 1.2379

Je nach Einsatz des Bauteils und den geforderten Eigenschaften können bei 1.2379 unterschiedliche Wärme- und Oberflächenbehandlungen eingesetzt werden. Das Vakuumhärten bildet dabei häufig die Grundlage für eine hohe Härte, Verschleißfestigkeit und Maßhaltigkeit.

Vakuumhärten

Für 1.2379 besonders geeignet. Die kontrollierte Erwärmung und Gasabschreckung ermöglichen hohe Härten bei sauberer Oberfläche und guter Maßhaltigkeit

Zum Verfahren →

Ergänzende Randschichtbehandlung

Kann bei geeigneter Grundhärte eingesetzt werden, wenn zusätzlich eine sehr harte und verschleißbeständige Randschicht gefordert ist.

Die Eignung stimmen wir auf die Anwendung und die vorherige Wärmebehandlung ab.

Ihre gewünschte Wärmebehandlung ist nicht aufgeführt? → Wärmebehandlung anfragen

Anwendungen

Typische Bauteile aus 1.2379

1.2379 wird vor allem für Werkzeuge und Bauteile eingesetzt, die hoher Verschleiß- und Druckbeanspruchung ausgesetzt sind. Die hohe erreichbare Härte und Verschleißfestigkeit machen den Werkstoff besonders für Schneid-, Stanz- und Umformanwendungen sowie für hoch beanspruchte Präzisionsteile interessant.

01

Matrizen

Für Stanz-, Press- und Umformprozesse.

02

Schneidwerkzeuge

Für hohe abrasive Beanspruchung und lange Standzeiten.

03

Stempel & Stanzwerkzeuge

Für hoch beanspruchte Werkzeugkomponenten.

Präzision & Prozessführung

Herausforderungen beim Härten von 1.2379

Die hohe Legierung und der hohe Kohlenstoffgehalt machen 1.2379 zu einem leistungsfähigen, aber anspruchsvollen Werkzeugstahl. Für ein gutes Härteergebnis müssen Temperaturführung, Abschreckung und Anlassen auf Bauteilgeometrie und spätere Beanspruchung abgestimmt werden. Besonders bei Präzisionsbauteilen sind Maßhaltigkeit und die Vermeidung von Rissen entscheidend.

Verzug & Maßänderung

Bei komplexen Geometrien und engen Toleranzen können bereits geringe Maßänderungen kritisch sein. Eine kontrollierte Erwärmung und Abkühlung hilft, Verzug zu minimieren.

Rissrisiko

Scharfe Übergänge, große Querschnittsunterschiede oder ungünstige Spannungszustände können das Risiko von Härterissen erhöhen. Bauteilgeometrie und Prozessführung müssen deshalb zusammen betrachtet werden.

Restaustenit & Maßstabilität

Nach dem Härten kann Restaustenit im Gefüge verbleiben. Bei hohen Anforderungen an die Maßstabilität können eine angepasste Anlassstrategie und gegebenenfalls eine Tiefkühlbehandlung sinnvoll sein.

Härte vs. Zähigkeit

Die höchste erreichbare Härte ist nicht automatisch die beste Lösung. Die Wärmebehandlung sollte auf die tatsächliche Beanspruchung abgestimmt werden, um Verschleißfestigkeit und Zähigkeit sinnvoll auszubalancieren.

Entscheidend ist nicht nur der Werkstoff – sondern die richtige Wärmebehandlung.

Wir stimmen den Härteprozess für 1.2379 auf Bauteilgeometrie, gewünschte Härte, Toleranzen und späteren Einsatz ab. So lassen sich die geforderten Eigenschaften gezielt einstellen und Risiken bei der Wärmebehandlung reduzieren.

Weber & Wallner

1.2379 härten bei Weber & Wallner

Beim Härten von 1.2379 kommt es auf mehr an als die richtige Härtetemperatur. Bauteilgeometrie, Abmessungen, Ausgangszustand, gewünschte Härte und Toleranzen bestimmen die geeignete Prozessführung. Wir stimmen die Wärmebehandlung auf diese Anforderungen ab – vom Einzelteil bis zur wiederkehrenden Serie.

Prozess auf das Bauteil abgestimmt

Härteparameter und Prozessführung entsprechend Geometrie, Abmessungen und geforderten Eigenschaften.

Maßhaltigkeit im Fokus

Wärmebehandlung mit besonderem Blick auf Verzug und Maßänderungen bei Präzisionsbauteilen.

Einzelteile & Serien

Vom einzelnen Werkzeug und Ersatzteil bis zu wiederkehrenden Serien und Chargen.

Prüfung & Dokumentation

Härteprüfung und Dokumentation entsprechend den vereinbarten Anforderungen.

Weitere Werkzeugstähle

Weitere Werkstoffe im Überblick

Neben 1.2379 behandeln wir weitere Werkzeugstähle mit unterschiedlichen Anforderungen an Härte, Zähigkeit und Verschleißbeständigkeit. Die Prozessführung wird jeweils werkstoff- und bauteilbezogen abgestimmt.

1.2842 / 90MnCrV8

Kaltarbeitsstahl für geeignete Schneid-, Stanz- und Werkzeugbauteile. Abschreckung und Querschnitt müssen werkstoffgerecht abgestimmt werden.

1.2080 / X210Cr12

Chromlegierter Kaltarbeitsstahl mit hoher Verschleißbeständigkeit. Die geeignete Abschreckung ist gesondert zu prüfen; die Prozessfolge von 1.2379 lässt sich nicht pauschal übertragen.

1.2343 / X37CrMoV5-1

Warmarbeitsstahl für thermisch beanspruchte Werkzeuge und Formenkomponenten.

1.2344 / X40CrMoV5-1

Warmarbeitsstahl für geeignete Anwendungen im Werkzeug- und Formenbau.

1.2367 / X38CrMoV5-3

Warmarbeitsstahl für anspruchsvolle thermische und mechanische Beanspruchungen.

1.2311 / 40CrMnMo7

Kunststoffformenstahl, häufig bereits vorvergütet geliefert. Ausgangszustand und eine eventuell erforderliche Behandlung prüfen.

1.2312 / 40CrMnMoS8-6

Kunststoffformenstahl mit verbesserter Zerspanbarkeit, häufig vorvergütet geliefert. Behandlung auf den vorhandenen Zustand abstimmen.

Gut zu wissen

Fragen und Antworten zu 1.2379

1.2379 kann hohe Härtewerte erreichen. Die sinnvoll einzustellende Gebrauchshärte hängt jedoch von Bauteil, Beanspruchung und gewünschtem Verhältnis zwischen Verschleißfestigkeit und Zähigkeit ab.

Die Austenitisierung erfolgt typischerweise im Bereich von etwa 1.020 bis 1.080 °C. Die konkrete Temperatur wird entsprechend Bauteil und gewünschtem Eigenschaftsprofil gewählt.

Ja. Vakuumhärten eignet sich besonders für 1.2379 und ermöglicht eine kontrollierte Wärmebehandlung mit sauberer Oberfläche und angepasster Gasabschreckung.

1.2379 wird nach dem Härten üblicherweise mehrfach angelassen. Temperatur und Anzahl der Anlassvorgänge richten sich nach der gewählten Wärmebehandlung und den geforderten Gebrauchseigenschaften.

Vorbereitung: Grobe Zerspanung mit anschließendem Spannungsarmglühen und dann Vorbearbeiten zum Härten. Vorwärmstufen nutzen, um eine gleichmäßige Durchwärmung zu realisieren.

Eine Tiefkühlbehandlung kann bei hohen Anforderungen an Maßstabilität und Gefügezustand sinnvoll sein, um verbliebenen Restaustenit weiter zu reduzieren.

Typische Anwendungen sind Stempel, Matrizen, Schneid- und Stanzwerkzeuge, Messer, Umformwerkzeuge und andere hoch verschleißbeanspruchte Bauteile.

Sie möchten ein Bauteil aus 1.2379 härten lassen?

Senden Sie uns Ihre Zeichnung und die wichtigsten Anforderungen. Wir prüfen Werkstoff, Geometrie, gewünschte Härte und Vorgaben zu Maßhaltigkeit oder Verzug und stimmen die geeignete Wärmebehandlung mit Ihnen ab.

Zeichnung · Werkstoff · Maße · Härte · Menge