Bauteile · Werkzeug- und Formenbau

Stanzwerkzeuge härten.
Hohe Standzeiten. Präzise Ergebnisse.

Beim Härten von Stanzwerkzeugen müssen Verschleißfestigkeit, Zähigkeit und Maßhaltigkeit optimal zusammenspielen. Wir stimmen die Wärmebehandlung auf Werkstoff, Werkzeuggeometrie und Einsatzbedingungen ab – für belastbare Schneidkanten, geringe Maßänderungen und lange Standzeiten.

Stanzwerkzeuge auf einen Blick

Härte, Zähigkeit & Maßhaltigkeit

Typische Komponenten
Stempel, Matrizen und Schneidplatten.

Beanspruchung
Druck, Verschleiß und je nach Anwendung stoßartige Belastung.

Werkstoffgerecht behandeln
Werkzeugstahl, Geometrie und Einsatzbedingungen bestimmen die Prozessfolge.

Wärmebehandlung
Härten und Anlassen; bei geeigneten Werkstoffen ergänzend Tiefkühlen oder Randschichtbehandlung.

Eigenschaften & Nutzen

Darauf kommt es beim Härten von Stanzwerkzeugen an

Stanzwerkzeuge sind hohen mechanischen Belastungen und wiederkehrendem Verschleiß ausgesetzt. Die Wärmebehandlung muss deshalb auf Werkzeuggeometrie, Werkstoff und Einsatzbedingungen abgestimmt werden. Entscheidend ist nicht die maximal mögliche Härte, sondern das richtige Verhältnis von Verschleißfestigkeit, Zähigkeit und Maßhaltigkeit.

Hohe Verschleißfestigkeit

Schneidkanten und hoch beanspruchte Werkzeugflächen müssen auch bei großen Stückzahlen ihre Geometrie und Funktion möglichst lange erhalten.

Ausreichende Zähigkeit

Eine hohe Härte allein reicht nicht aus. Das Werkzeug muss gleichzeitig mechanische Belastungen aufnehmen können, ohne dass empfindliche Bereiche vorzeitig ausbrechen.

Maßhaltigkeit & geringer Verzug

Bei Stempeln, Matrizen und Schneidelementen sind enge Toleranzen entscheidend. Die Wärmebehandlung muss deshalb Maßänderungen und Verzug möglichst gering halten.

Lange Standzeiten

Die richtige Kombination aus Werkstoff, Härte und Wärmebehandlung reduziert Verschleiß und ungeplante Werkzeugwechsel und unterstützt eine wirtschaftliche Fertigung.

Verfahren für Stanzwerkzeuge

Welche Wärmebehandlung ist für Stanzwerkzeuge geeignet?

Die geeignete Wärmebehandlung hängt vom eingesetzten Werkzeugstahl, der Geometrie und der Beanspruchung des Stanzwerkzeugs ab. Für hochlegierte Werkzeugstähle ist das Vakuumhärten häufig die bevorzugte Lösung. Ergänzende Behandlungen können eingesetzt werden, um Maßstabilität, Verschleißfestigkeit oder Standzeit weiter zu verbessern.

Vakuumhärten

Für präzise und hoch beanspruchte Stanzwerkzeuge

Das Vakuumhärten ermöglicht eine kontrollierte Wärmebehandlung mit sauberer Bauteiloberfläche und angepasster Gasabschreckung. Es eignet sich insbesondere für hochlegierte Werkzeugstähle wie 1.2379.

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Tiefkühlen

Für erhöhte Maßstabilität

Eine Tiefkühlbehandlung kann ergänzend zum Härten eingesetzt werden, um Restaustenit zu reduzieren. Sie ist insbesondere bei hohen Anforderungen an Maßstabilität und reproduzierbare Werkzeugeigenschaften interessant.

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Nitrieren

Für zusätzliche Verschleißfestigkeit der Oberfläche

Bei geeigneten Werkzeugstählen und entsprechender Grundhärte kann eine Nitrierbehandlung eine harte, verschleißbeständige Randschicht erzeugen und so die tribologischen Eigenschaften beanspruchter Werkzeugbereiche verbessern.

Werkstoffauswahl

Geeignete Werkstoffe für Stanzwerkzeuge

Der richtige Werkzeugstahl hängt von Werkstoff des Stanzteils, Werkzeuggeometrie, Belastung und geforderter Standzeit ab. Während hoch verschleißfeste Kaltarbeitsstähle für viele Stanzanwendungen geeignet sind, kann bei höherer Stoßbelastung eine größere Zähigkeit wichtiger sein. Die Wärmebehandlung muss deshalb immer auf Werkstoff und Einsatz abgestimmt werden.

1.2379 / X153CrMoV12

Hohe Verschleißfestigkeit

Ein bewährter Kaltarbeitsstahl für hoch beanspruchte Stanz-, Schneid- und Umformwerkzeuge. 1.2379 verbindet hohe erreichbare Härte mit hoher Verschleiß- und Druckfestigkeit.

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1.2767 / 45NiCrMo16

Für stoßbeanspruchte Werkzeuge

Zäher Werkzeugstahl mit guter Durchhärtbarkeit, insbesondere für größere Querschnitte sowie mechanisch und stoßartig beanspruchte Stanz- und Umformwerkzeuge.

1.2842 / 90MnCrV8

Für kleinere und mittlere Werkzeuge

Kaltarbeitsstahl mit ausgewogenem Verhältnis von Härte, Verschleißfestigkeit und Zähigkeit für verschiedene Werkzeug­anwendungen.

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1.2363 / X100CrMoV5

Verschleißfest und zäher

Kaltarbeitsstahl für Anwendungen, bei denen neben Verschleißfestigkeit eine höhere Zähigkeit gefordert ist.

Werkzeugkomponenten

Typische Stanzwerkzeuge und Komponenten

Je nach Stanzprozess werden unterschiedliche Werkzeugkomponenten hohen Druck-, Verschleiß- und teilweise Stoßbelastungen ausgesetzt. Die Wärmebehandlung wird deshalb auf Funktion, Geometrie, Werkstoff und Beanspruchung des jeweiligen Werkzeugteils abgestimmt.

Stempel

Hohe Druck- und Verschleißbeanspruchung erfordert eine abgestimmte Kombination aus Härte und Zähigkeit.

Matrizen

Schneidkanten und Funktionsflächen müssen verschleißfest und gleichzeitig maßhaltig bleiben.

Schneidplatten

Hohe Verschleißfestigkeit unterstützt präzise Schnittergebnisse und lange Standzeiten.

Lochstempel

Insbesondere bei kleinen Querschnitten und hohen Belastungen sind Härte und ausreichende Zähigkeit entscheidend.

Umform- und Biegeelemente

Neben Verschleißfestigkeit spielen Druckfestigkeit und Widerstand gegen mechanische Belastungen eine wichtige Rolle.

Werkzeugeinsätze

Austauschbare, hoch beanspruchte Einsätze können gezielt auf ihre jeweilige Funktion und Belastung wärmebehandelt werden.

Präzision & Prozessführung

Typische Herausforderungen bei Stanzwerkzeugen

Standzeit und Präzision eines Stanzwerkzeugs hängen wesentlich vom Zusammenspiel aus Werkstoff, Konstruktion und Wärmebehandlung ab. Verschleiß, Ausbrüche oder Maßänderungen können zu schlechteren Schnittergebnissen, häufigeren Werkzeugwechseln und höheren Fertigungskosten führen.

Schneidkantenverschleiß

Stumpf werdende Schneidkanten beeinträchtigen Schnittqualität und Maßhaltigkeit. Eine geeignete Werkstoffwahl und Wärmebehandlung können die Verschleißfestigkeit erhöhen und die Standzeit verlängern.

Abbrüche & Risse

Eine zu hohe Härte oder unzureichende Zähigkeit kann bei hoher mechanischer Belastung Ausbrüche begünstigen. Entscheidend ist deshalb ein auf die tatsächliche Beanspruchung abgestimmtes Eigenschaftsprofil.

Verzug & Passungen

Maßänderungen während der Wärmebehandlung können bei Stempeln, Matrizen und Führungselementen kritische Passungen beeinflussen. Eine kontrollierte Prozessführung hilft, Verzug möglichst gering zu halten.

Unzureichende Standzeit

Wenn Werkzeuge zu früh verschleißen oder ausfallen, sollte nicht nur die Härte betrachtet werden. Werkstoff, Härteverfahren, Anlasszustand, Geometrie und Einsatzbedingungen müssen gemeinsam beurteilt werden.

Die passende Härte ergibt sich aus der Beanspruchung.

Werkstoff, Werkzeuggeometrie, Anlasszustand und Einsatzbedingungen werden gemeinsam betrachtet. Senden Sie uns Ihre Zeichnung und die Vorgaben zu Härte, Toleranzen und Nachbearbeitung.

Gut zu wissen

Fragen zum Härten von Stanzwerkzeugen

Die sinnvolle Härte hängt vom Werkzeugstahl, der Geometrie und der Beanspruchung ab. Verschleißfestigkeit und ausreichende Zähigkeit müssen zusammenpassen; eine möglichst hohe Härte ist nicht für jedes Werkzeug das richtige Ziel.

Für geeignete hochlegierte Werkzeugstähle wie 1.2379 ist Vakuumhärten eine passende Behandlung. Die Abschreckung und die Prozessparameter werden auf Werkzeug und Querschnitt abgestimmt.

Bei geeigneten Werkstoffen kann eine abgestimmte Tiefkühlbehandlung verbliebenen Restaustenit reduzieren. Ob sie sinnvoll ist, richtet sich nach Werkstoff, Prozessfolge und den Anforderungen an die Maßstabilität.

Neben der Härte sollten Werkstoff, Anlasszustand, Werkzeuggeometrie und Einsatzbedingungen gemeinsam beurteilt werden. Die Ursache lässt sich nicht allein aus einem Härtewert ableiten.

Zeichnung, genaue Werkstoffbezeichnung, Abmessungen, Menge und gewünschte Härte einschließlich Toleranz. Bitte nennen Sie auch die spätere Beanspruchung, geplante Nachbearbeitung und den benötigten Prüfumfang.

Sie möchten Stanzwerkzeuge härten lassen?

Senden Sie uns Ihre Zeichnung, den Werkstoff und die Anforderungen an Härte, Maßhaltigkeit und Standzeit. Wir stimmen die geeignete Wärmebehandlung mit Ihnen ab.

Zeichnung · Werkstoff · Härte · Toleranzen · Menge